Rezeptbild: Bayerischer Rahmfleck (Rahmfleckerl) aus Deutschland

Bayerischer Rahmfleck (Rahmfleckerl)

37 min 4 Portionen🇩🇪 Deutschland 599 kcal Recherchiert
Foto: Wikiolo, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons

Beschreibung

Ein ovaler Fladen aus Weizen-Roggen-Brotteig, bestrichen mit gewürztem Schmand, belegt mit Schinken- oder Speckwürfeln und Kümmel und bei großer Hitze gebacken. Frühlingszwiebeln oder Schnittlauch kommen erst nach dem Backen darauf. Der Rahmfleck gehört fest zu bayerischen Historienfesten und Christkindlmärkten, wo man ihn heiß aus der Hand isst.

Zubereitung

✓ recherchiert
  1. 1

    Die Hefe im lauwarmen Wasser auflösen und das Salz darin verrühren. Weizen- und Roggenmehl sowie das Öl zugeben und alles zu einem geschmeidigen Teig kneten — etwa acht Minuten von Hand oder fünf Minuten in der Maschine. Der Teig soll weich sein, aber nicht mehr an den Fingern kleben.

    ⏱️ ca. 10 Min

    💡 Tipp: Der Roggenanteil gibt dem Fladen den kräftigen Geschmack und die dunkle Kruste. Reiner Weizenteig schmeckt deutlich flacher.

  2. 2

    Den Teig abgedeckt an einem warmen Ort 30 bis 60 Minuten gehen lassen, bis er sich sichtbar vergrößert hat.

    ⏱️ ca. 45 Min
  3. 3

    Den Backofen mit dem Blech auf 240 °C Ober- und Unterhitze vorheizen. Den Schmand mit dem durchgepressten Knoblauch, Paprikapulver, frisch geriebener Muskatnuss, Pfeffer und wenig Salz glattrühren. Die Frühlingszwiebeln in Ringe schneiden und beiseitestellen.

    ⏱️ ca. 5 Min
  4. 4

    Den Teig in vier bis sechs Stücke teilen und jedes auf bemehlter Arbeitsfläche zu einem länglichen, ovalen Fladen von etwa einem halben Zentimeter Dicke ausziehen. Nicht ausrollen, sondern mit den Fingerspitzen auseinanderdrücken — dann bleibt die Luft im Teig.

    ⏱️ ca. 8 Min
  5. 5

    Die Fladen mit der Schmandmasse bestreichen, dabei einen schmalen Rand frei lassen. Mit den Schinkenwürfeln belegen und mit Kümmel bestreuen. Auf dem heißen Blech 10 bis 14 Minuten backen, bis der Rand kräftig gebräunt und der Speck knusprig ist.

    ⏱️ ca. 14 Min
  6. 6

    Die Fladen sofort aus dem Ofen nehmen, mit den Frühlingszwiebelringen bestreuen und heiß servieren. Der Rahmfleck wird nicht geschnitten, sondern aus der Hand gegessen.

    ⏱️ ca. 2 Min

    💡 Tipp: Die Zwiebeln oder der Schnittlauch dürfen nie mitbacken — sie würden bitter und verlieren die Farbe.

Video zum Rezept

Bayerischer Rahmfleck (Rahmfleckerl)
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📜 Herkunft & Geschichte

Anders als die meisten Regionalspezialitäten hat der Rahmfleck einen datierbaren Anfang. Nach dem deutschen Wikipedia-Artikel schuf ihn 1985 der Bäcker Wolfgang Schlegl für das Neuburger Schlossfest, nachdem ihn der Werkzeugmacher Hubert Ziegler mit einem fahrbaren Backofen für die Veranstaltung ausgestattet hatte; nach Belegversuchen entschied man sich für Schmand und Speck, der Schnittlauch kam nach dem Backen dazu. Diese erste Fassung hieß Neuburger Rahmfleck. Der Fladen verbreitete sich schnell in der bayerischen Festgastronomie: In Mindelheim gehört er zu den Spezialitäten der Stadt und wird beim alle drei Jahre stattfindenden Frundsbergfest, beim jährlichen Helfensteiner Tag und beim Spectaculum gereicht, wobei das Fähnlein Helfenstein seine Originalrezeptur geheim hält. Heute ist das Rahmfleckerl ein Standard der Münchner Christkindlmärkte.

🗺️ Wo wird Bayerischer Rahmfleck (Rahmfleckerl) gekocht?

🇩🇪

Oberbayern · Bayern

Hauptregion

Der Rahmfleck stammt aus Neuburg an der Donau. Der Bäcker Wolfgang Schlegl entwickelte ihn 1985 für das Neuburger Schlossfest, nachdem der Ofenbauer Hubert Ziegler das Fest mit einem fahrbaren Steinofen ausgestattet hatte. Die Fassung mit Schmand und Speck wurde 2001 als Neuburger Rahmfleck geschützt.

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🇩🇪

Schwaben · Bayern

In Mindelheim gehört der Rahmfleck zu den Speisen der Historienfeste: alle drei Jahre beim Frundsbergfest im Fähnlein Helfenstein, dazu jährlich beim Helfensteiner Tag und beim Spectaculum. Die Mindelheimer Rezeptur mischt Weizen- und Roggenmehl und würzt den Schmand mit Knoblauch und Kümmel.

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🌿 Regionale Varianten

Neuburger Rahmfleck (Oberbayern)

Die Ursprungsfassung von 1985: ein Fladen aus Roggenmehl mit Rahm, Frühlingszwiebeln, Speck und Kümmel, im Holzofen gebacken. Diese Zusammenstellung wurde 2001 unter dem Namen Neuburger Rahmfleck geschützt und ist inzwischen auch außerhalb des Schlossfests erhältlich.

Mindelheimer Rahmfleck (Schwaben)

Die schwäbische Fassung nutzt einen Hefeteig aus Weizen- und Roggenmehl. Der Schmand wird mit Knoblauch und Kümmel gewürzt, darauf kommen Schinkenwürfel; Schnittlauch und Frühlingszwiebeln sind ausdrücklich beide zugelassen. Gebacken wird sie auf den Mindelheimer Historienfesten.

Rahmfleck ohne Fleisch (Bayern)

Vegetarische Fassungen sind ausdrücklich üblich und werden auf den Festen mit angeboten. Statt Speck- oder Schinkenwürfeln kommen geröstete Zwiebeln, Bergkäse oder dünn gehobelte, vorgegarte Kartoffelscheiben auf den Schmand; die Würzung mit Knoblauch und Kümmel bleibt gleich.

🍷 Was passt dazu?

Der Rahmfleck wird heiß aus dem Ofen aus der Hand gegessen, meist im Stehen und ohne Besteck — er ist Festplatzessen, kein Tellergericht. Beilagen gibt es keine; der Kümmel und der gewürzte Schmand tragen den Geschmack allein. Getrunken wird, was der Anlass hergibt: auf dem Neuburger Schlossfest werden Johannisbeerwein und Erdbeerbowle ausgeschenkt, auf den Historienfesten Bier, auf den Christkindlmärkten heiße Getränke.

Häufige Fragen

Was unterscheidet den Rahmfleck vom Flammkuchen?

Der Teig. Der Flammkuchen wird aus einem hefefreien, hauchdünn ausgerollten Teig gebacken und ist nach dem Backen knusprig-brüchig. Der Rahmfleck dagegen nutzt einen gegangenen Brotteig mit Roggenanteil, ist rund einen halben Zentimeter dick und bleibt innen weich und brotartig. Auch der Belag ist kräftiger gewürzt: Knoblauch, Kümmel und Paprikapulver kommen beim elsässischen Flammkuchen nicht vor.

Schnittlauch oder Frühlingszwiebeln?

Beides ist üblich. Die ursprüngliche Neuburger Fassung nannte Schnittlauch, das Mindelheimer Rezept lässt ausdrücklich beides zu, und auf Christkindlmärkten sieht man heute meist die kräftigeren Frühlingszwiebelringe — so auch auf dem Foto zu diesem Rezept. Wenn Sie Schnittlauch nehmen, streuen Sie ihn feiner und großzügiger.

Geht das auch ohne Fleisch?

Ja. Ersetzen Sie die Schinkenwürfel durch in Butter gebratene Zwiebelringe und geröstete Sonnenblumenkerne oder durch dünn gehobelte Kartoffelscheiben, die schon vorgegart sind. Wichtig ist, dass der Belag salzig und würzig genug bleibt, weil der Schmand allein zu mild wäre.

Wie alt ist der Rahmfleck wirklich?

Jünger, als sein Auftritt vermuten lässt. Weil man ihn fast nur auf Mittelalter- und Historienfesten aus dem Holzofen bekommt, gilt er vielen als altes Bauernessen. Tatsächlich hat ihn der Bäcker Wolfgang Schlegl 1985 für das Neuburger Schlossfest entwickelt, nachdem der Ofenbauer Hubert Ziegler dort einen fahrbaren Steinofen aufgestellt hatte. Nach mehreren Belagsversuchen blieb es bei Schmand und Speck, Schnittlauch kam erst nach dem Backen dazu.

Wo bekommt man Rahmfleck?

Vor allem auf Festen. Der Ursprungsort ist das Neuburger Schlossfest; in Mindelheim gehört er zu den Speisen der Historienfeste — alle drei Jahre beim Frundsbergfest im Fähnlein Helfenstein, dazu jährlich beim Helfensteiner Tag und beim Spectaculum. Hinzu kommen Mittelaltermärkte und Christkindlmärkte in ganz Bayern. In Neuburg ist er inzwischen auch außerhalb des Schlossfests erhältlich.

Brauche ich für den Rahmfleck einen Holzofen?

Nein, aber Hitze. Auf den Festen kommt er in den Steinofen, zu Hause reicht der Backofen auf höchster Stufe — 250 Grad, Ober- und Unterhitze, und ein gut vorgeheizter Pizzastein oder ein umgedrehtes Blech als Unterlage. Der Fladen soll in wenigen Minuten durch sein: Bäckt er zu lange bei zu wenig Hitze, trocknet der Schmand aus und der Brotteig wird hart statt weich.

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Zutaten

verifiziert
Portionen:
4
  • Weizenmehl250 g
  • Roggenmehl150 g
  • Hefe10 g
  • Wasser300 ml
  • Pflanzenöl15 ml
  • Salz12 g
  • Schmand200 g
  • Knoblauch5 g
  • Kümmel2 g
  • Kochschinken250 g
  • Frühlingszwiebel60 g
  • Paprikapulver2 g
  • Muskatnuss1 g
  • Pfeffer1 g
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Nährwerte pro Portion

599
kcal
23.32g
Eiweiß
81.29g
Kohlenhydrate
19.24g
Fett

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