Rezeptbild: Bouillabaisse aus Frankreich

Bouillabaisse

80 min 4 Portionen🇫🇷 Frankreich 976 kcal Recherchiert

Beschreibung

Die Bouillabaisse hat ihre Wurzeln in der antiken Hafenstadt Marseille, die um 600 v. Chr. von griechischen Siedlern aus Phokaia als Massalia gegründet wurde. Schon in der Antike kannten die Mittelmeerbewohner…

Zubereitung

✓ recherchiert
  1. 1

    Für den Fischfond die Karkassen, Köpfe und Gräten der Fische (vom Fischhändler dazugeben lassen) gründlich unter kaltem Wasser ausspülen. Mit 2 Liter Wasser, einer halbierten Zwiebel, einem Lorbeerblatt und ein paar Petersilienstängeln aufsetzen und 30 Minuten leise simmern. Anschliessend durch ein feines Sieb passieren.

    ⏱️ ca. 35 Min

    💡 Tipp: Die Kiemen müssen vorher entfernt werden — sie machen den Fond bitter. Den Fond niemals kochen, nur ziehen lassen, sonst wird er trüb.

    Quelle ↗
  2. 2

    2 Stangen Lauch, 2 Zwiebeln und 1 Fenchelknolle in feine Streifen schneiden. In einem grossen Schmortopf 100 ml Olivenöl erhitzen und das Gemüse bei mittlerer Hitze 8 Minuten glasig dünsten, ohne Farbe nehmen zu lassen.

    ⏱️ ca. 10 Min

    💡 Tipp: Die Provence-Aromen entwickeln sich nur, wenn das Gemüse langsam in Olivenöl zieht — nicht zu heiss, sonst werden die Zwiebeln bitter.

  3. 3

    4 reife Tomaten kreuzweise einritzen, kurz blanchieren, häuten und grob würfeln. 4 Knoblauchzehen fein hacken. Beides zum Gemüse geben und weitere 5 Minuten mitschmoren, bis die Tomaten zerfallen.

    ⏱️ ca. 8 Min

    💡 Tipp: Im Sommer sonnengereifte Tomaten verwenden. Ausserhalb der Saison sind gute Dosentomaten (San Marzano) den blassen Treibhaus-Tomaten überlegen.

  4. 4

    1 TL Safran-Fäden, 1 Bouquet garni (Thymian, Lorbeer, Petersilienstiele) und 1 Stück getrocknete Orangenschale zugeben. Mit 100 ml Pastis ablöschen und kurz einköcheln lassen, bis der Alkohol verflogen ist.

    ⏱️ ca. 5 Min

    💡 Tipp: Der Pastis ist nicht verhandelbar — die Anis-Note verbindet sich mit dem Safran zum typischen Marseiller Aroma. Wer keinen Pastis hat, kann auch Ouzo verwenden.

    Quelle ↗
  5. 5

    2 Liter heissen Fischfond angiessen, salzen und pfeffern. Bei kleiner Hitze 30 Minuten leise köcheln lassen, damit die Aromen sich verbinden. Vor der Fischzugabe einen Esslöffel der heissen Brühe abnehmen und für die Rouille beiseitestellen.

    ⏱️ ca. 32 Min

    💡 Tipp: Die Brühe darf jetzt sprudelnd kochen — anders als später beim Fisch. So konzentrieren sich die Aromen.

  6. 6

    Für die Rouille 4 Knoblauchzehen und 1 kleine gekochte Kartoffel im Mörser zu einer Paste zerstossen. 1 Eigelb und 1 EL der heissen Safran-Brühe einrühren. Dann 200 ml Olivenöl tropfenweise einarbeiten — wie bei einer Mayonnaise — bis eine dicke, orangerote Sauce entsteht. Mit Salz abschmecken.

    ⏱️ ca. 12 Min

    💡 Tipp: Die Kartoffel ist der Trick gegen das Gerinnen: Stärke stabilisiert die Emulsion. Wenn die Rouille bricht, einen neuen Eigelb-Löffel ansetzen und die gebrochene Sauce langsam einarbeiten.

    Quelle ↗
  7. 7

    Die festfleischigen Fische (Seeteufel, Drachenkopf) in 4-5 cm grosse Stücke schneiden und in die simmernde Brühe geben. 10 Minuten ziehen lassen — nicht kochen, sonst zerfallen sie.

    ⏱️ ca. 10 Min

    💡 Tipp: Reihenfolge ist entscheidend: feste Fische zuerst, dann zarte, dann Schalentiere. Nur so bleibt alles auf den Punkt gegart.

  8. 8

    Petermännchen oder Knurrhahn (zarte Fische) in 4 cm Stücken zugeben und 5 weitere Minuten ziehen lassen. Anschliessend 300 g Garnelen mit Schale sowie eventuell Taschenkrebs-Stücke zugeben und 3 Minuten mitziehen, bis die Garnelen rosa sind.

    ⏱️ ca. 8 Min

    💡 Tipp: Die Garnelen mit Schale geben der Brühe noch mal Aroma. Beim Servieren werden sie meist mitgegessen — die Schalen sind essbar oder werden in der Hand abgepuhlt.

  9. 9

    Während der Fisch zieht, das Baguette in 1 cm dicke Scheiben schneiden, mit Olivenöl bestreichen und im Ofen bei 200 Grad 5 Minuten goldbraun rösten. Eine angeschnittene Knoblauchzehe darüberreiben — das ergibt die klassischen Croûtons.

    ⏱️ ca. 8 Min

    💡 Tipp: Das Knoblauchreiben über das warme Brot ist die provenzalische Art — der Knoblauch schmilzt förmlich in die Kruste.

  10. 10

    Fisch und Schalentiere mit einer Schaumkelle vorsichtig aus der Brühe heben und auf einer vorgewärmten Servierplatte anrichten. Die Brühe abschmecken, gegebenenfalls noch etwas salzen.

    ⏱️ ca. 4 Min

    💡 Tipp: Die Brühe nicht durch ein Sieb geben — die Gemüsestückchen sind Teil der Suppe. Wer eine klare Suppe will, kann passieren, das ist aber nicht klassisch.

  11. 11

    Erster Gang: Die heisse Brühe in tiefe Teller geben. Jeder Gast bestreicht die Croûtons mit Rouille, legt sie in die Suppe und löffelt sie darüber. Zweiter Gang: Anschliessend wird die Fischplatte aufgetragen, die Stücke auf die Teller verteilt und mit zusätzlicher Brühe übergossen. Restliche Rouille separat reichen.

    ⏱️ ca. 5 Min

    💡 Tipp: Der Service in zwei Gängen ist Teil der Charte de la Bouillabaisse 1980. Wer beides zusammen serviert, macht keine echte Bouillabaisse — sondern eine Fischsuppe.

    Quelle ↗

📜 Herkunft & Geschichte

Die Bouillabaisse hat ihre Wurzeln in der antiken Hafenstadt Marseille, die um 600 v. Chr. von griechischen Siedlern gegründet wurde. Ursprünglich war sie ein Fischereintopf, den Fischer aus den Resten des Tagesfangs zubereiteten. Charakteristisch sind mindestens drei verschiedene Mittelmeerfischarten und die Gewürzmischung mit Safran, Fenchel und Orange. Seit dem 19. Jahrhundert gilt sie als regionales Festtagsgericht.

🗺️ Wo wird Bouillabaisse gekocht?

🇫🇷

Provence

Hauptregion

Heimat der Bouillabaisse: Marseille und das provenzalische Hinterland. 1980 unterzeichneten elf Marseiller Restaurateure die Charte de la Bouillabaisse als verbindlichen Qualitätsstandard.

🇫🇷

Cotedazur

Entlang der Côte d'Azur (Toulon, Cannes, Nizza) wird eine etwas leichtere, oft touristisch angepasste Variante serviert — manchmal in einem Gang und mit weniger Fischsorten.

🇫🇷

Korsika

Korsische Variante (Aziminu) verwendet lokale Mittelmeerfische und mehr Knoblauch. Häufig wird Myrte oder Korbasilikum als Würze ergänzt.

🇫🇷

Languedoc

In Sète und im Languedoc verbreitet ist die verwandte Bourride mit Aioli statt Rouille — milder, ohne Safran und Tomaten, dafür mit weisser Knoblauch-Emulsion gebunden.

🌿 Regionale Varianten

Marseiller Bouillabaisse (Original) (Provence)

Die nach der Charte de la Bouillabaisse von 1980 zertifizierte Originalvariante: mindestens vier Sorten Mittelmeer-Felsfische, Safran, Olivenöl, Pastis, Service in zwei Gängen mit Rouille und Croûtons.

Bouillabaisse de morue (Provence)

Mit getrocknetem Stockfisch (Kabeljau) statt Frischfisch. Klassische Vorfasten-Variante für die Fastenzeit, wenn frischer Fischfang nicht erlaubt oder verfügbar war. Etwas kräftiger und salziger im Geschmack.

Bourride (Languedoc)

Aus Sète stammende Schwester der Bouillabaisse: ohne Safran und Tomaten, dafür mit Aioli (Knoblauch-Olivenöl-Emulsion) gebunden. Heller, milder, ohne den charakteristischen Mittelmeer-Rotton.

Cotriade (Bretagne)

Bretonische Variante mit Atlantik-Fischen (Makrele, Wittling, Seehecht) statt Mittelmeer-Sorten. Mit Kartoffeln in der Suppe, ohne Safran, ohne Orangenschale. Service in einem Gang.

Häufige Fragen

Welche Fische gehören in eine echte Bouillabaisse?

Nach der Charte de la Bouillabaisse von 1980 mindestens vier der folgenden Felsfische: Drachenkopf (Rascasse), Petermännchen, Knurrhahn, Conger (Meeraal), Seeteufel und Saint-Pierre (Petersfisch). Schalentiere wie Garnelen, Taschenkrebse oder Langusten sind erlaubt, aber kein Pflichtbestandteil.

Was ist Rouille?

Eine provenzalische Knoblauch-Safran-Mayonnaise, gebunden mit Eigelb und einer gekochten Kartoffel als Stabilisator. Die orangerote Farbe (rouille = Rost) kommt vom Safran. Sie wird auf Croûtons gestrichen, die in die Brühe gelegt werden — keine Bouillabaisse ohne Rouille.

Warum wird Bouillabaisse in zwei Gängen serviert?

Es ist die historische Esstradition der Marseiller Fischer und Bestandteil der Charte de la Bouillabaisse von 1980: Zuerst die heisse Brühe mit Croûtons und Rouille als Suppengang, dann der Fisch separat auf einer Platte mit zusätzlicher Brühe. So bleibt der Fisch warm und zerfällt nicht in der Brühe.

Muss Pastis wirklich rein?

Pastis (Pernod oder Ricard) gehört zur klassischen Marseiller Variante und gibt der Brühe die typische Anis-Note, die sich mit dem Safran verbindet. Wer keinen Pastis verträgt, kann ihn weglassen — die Bouillabaisse wird dann weniger aromatisch, aber nicht falsch. Ersatzweise funktioniert auch Ouzo oder eine Prise Fenchelsamen.

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Zutaten

verifiziert
Portionen:
4
  • Drachenkopf (Rascasse)500 g
  • Seeteufel500 g
  • Petermännchen oder Knurrhahn500 g
  • Garnelen mit Schale300 g
  • Taschenkrebs oder Languste (optional)200 g
  • Lauch2 Stange
  • Zwiebeln2 Stk
  • Knoblauchzehen4 Stk
  • Reife Tomaten4 Stk
  • Fenchelknolle1 Stk
  • Olivenöl extra vergine100 ml
  • Safran-Fäden1 TL
  • Bouquet garni (Thymian, Lorbeer, Petersilie)1 Stk
  • Getrocknete Orangenschale1 Stk
  • Pastis (Pernod oder Ricard)100 ml
  • Fischfond2000 ml
  • Eigelb (für Rouille)1 Stk
  • Gekochte Kartoffel (für Rouille)1 Stk
  • Baguette (für Croûtons)1 Stk
  • Salz1 Prise
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Nährwerte pro Portion

976
kcal
103.16g
Eiweiß
40.01g
Kohlenhydrate
37.16g
Fett

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